Ein “Achtung” vorne weg: “Ökotex 100″ steht weder für Bio-Fasern noch für faire und soziale Herstellungsbedingungen!
Folgende Zertifikate und Mitgliedschaften stehen für umweltverträgliche Produktion und faire Arbeitsbedingungen:
Der Global Organic Textile Standard GOTS ist der wichtigst Standard für Öko-Textilien. Er schreibt 95% Bio-Fasern und soziale Mindestkriterien vor und verbietet problematische Chemikalien.
Der IVN, Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft e.V., ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, die sich zum Ziel gesetzt haben, hochwertige Naturtextilien nach den strengen ökologischen und sozialen Richtlinien herzustellen.
Der Dachverband der Fairtrade Labeling Organisation (FLO) legt weltweite Standards für fairen Handel fest. Er verlangt umweltverträgliche Produktion und gerechte Preise. Bio ist nicht Pflicht, aber weitverbreitet. Für Verarbeiter gelten soziale Mindesstandards.
Der Anbauverband schreibt 95% Bio-Fasern vor, bevorzugt von Naturland-Kleinbauern. Bei Chemikalien und Verarbeitungsverfahren orientiert er sich an GOTS. Die Sozialrichtlinien des Verbands setzen die einschlägigen Konventionen um, wie die der Internationalen Arbeitsorganisation ILO.
Die Stiftung der Entwicklungsorganisation Solidaridad verpflichtet Mitgliedsfirmen auf nachhaltige Textilproduktion. ein Code auf dem Produkt führt zu Betrieben der Herstellungskette. Keine Standards, aber Orientierungswerte.
Die niederländische Fair Wear Foundation (FWF) fördert weltweit faire, gesetzliche, menschenwürdige Arbeitsbegingungen. FWF prüft, ob ihre Mitgliedsunternehmen und Zulieferer ILO-Standards einhalten.
Die FWF wurde 1999 von Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften und NGOs gegründet.
Die Sozialstandards, die eingehalten werden müssen sind:
- Keine Zwangsarbeit
- Keine Diskriminierung
- Keine Kinderarbeit
- Vereinigungsfreiheit und das Recht auf Kollektivverhandlungen
- Zahlung eines Entgelts, das zum Leben ausreicht (living wages)
- Keine unzumutbaren langen Arbeitszeiten
- Ein technischer und gesunder Arbeitsplatz
- Eine rechtsverbindliche Beschäftigungsbeziehung
Es findet jährlich eine Kontrolle durch die Mitgliedsunternehmen und eine Prüfung durch die FWF statt. Des Weiteren gibt es eine Beschwerdemöglichkeit seitens der Beschäftigten.
Ethical Trading Initiative (ETI)
Die Initiative für ethischen Handel (Ethical Trading Initiative) wurde im Jahr 1998 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Unternehmen, Gewerkschaftsorganisationen und NGOs.
Der Basiskodex enthält folgende Bestimmungen:
- Recht auf Vereinigungsfreiheit und auf kollektive Verhandlungen
- Verbot der Zwangsarbeit
- Verbot der Kinderarbeit
- Verbot der Diskriminierung
- Ein Entgelt, das für den Lebensunterhalt ausreicht (living wages)
- Arbeits- und Gesundheitsschutz
- Arbeitszeiten
- Geregelte Beschäftigungsbeziehung
- Verbot menschenunwürdiger Behandlung
Es findet eine jährliche Berichterstattung über die Umsetzung des Basiskodex statt. Die ArbeitnehmerInnen können Verstöße melden und genießen auch in anderer Weise Schutz.
Die Fair Labor Association wurde 1998 gegründet und besteht aus Unternehmen, Universitäten, NGOs, dem Anwaltsauschuss für Menschenrechte, dem nationalen Verbraucherverein und dem nationalen Rat der Kirchen.
Wesentliche Aspekte im Verhaltenskodex der FLA sind:
- Verbot der Zwangsarbeit
- Verbot der Kinderarbeit (wenn nach nationalen Gesetzen erlaubt, ist die Altersgrenze 14, ansonsten 15 Jahre)
- Verbot von Schikane und Missbrauch
- Verbot von Diskriminierung
- Sicherer und gesunder Arbeitsplatz
- Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen
- Mindestens Zahlung der gesetzlichen Mindestlöhne
- Arbeitszeit
- Vergütung von Überstunden
Jährlich werden Berichte veröffentlicht, in denen offengelegt wird, ob und inwieweit sich die Unternehmen an den Verhaltenskodex gehalten haben. Außerdem gibt es eine Beschwerdemöglichkeit von Seiten Dritter und ein vertraulicher Beschwerdegang.
Quellen: Schrot & Korn (Februar 2011) und Shopping Guide der Clean Cloth Campaign